Baum

Banat1

Auswanderung in das Banat

Das Banat liegt am Südostrand der ungarischen Tiefebene und ist von den Flüssen im Norden die Marosch, im Westen die Theiß und im Süden die Donau, sowie im Osten den Südkarpaten begrenzt.

Zwischen 1686 und 1848 wurde das Banat mit weiten Teilen der Pannonischen Tiefebene und anliegenden Gebieten Ziel von Siedlungszügen, darunter mehrere Schwabenzüge, die von der Habsburgermonarchie organisiert und durchgeführt wurden. Als Gouverneur von Temesvár leitete Claudius Florimund Mercy ab 1720 die Besiedelung und Kultivierung der südungarischen Gebiete einschließlich des Temescher Banats, sowie den Bau des Bega-Kanals.

Nach dem Vertrag von Trianon 1920 wurde das Banat und damit dieses relativ geschlossene deutsche Siedlungsgebiet in drei Teile zerrissen. Der größere östliche Teil kam zu Rumänien, der westliche zu Jugoslawien und ein sehr kleiner nördlicher zu Ungarn. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges lebten im Ostbanat 300.000 Deutsche, im Westbanat 130.000 und im Nordbanat 10.000. Nach der Kapitulation Jugoslawiens gehörte das Westbanat 1941-1944/45 zum Gebiet des Militärbefehlshabers Serbien und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in den neuen kommunistischen Staat Jugoslawien einverleibt. Genozid, Flucht und Vertreibung führten zu einem nahezu vollständigen Verschwinden der Donauschwaben aus dem Westbanat, während sich im Ost- und Nordbanat Bevölkerungsreste erhalten haben.

Im Banat lassen sich vier ethnische Minderheitsgruppen unterscheiden.

1. Die sogenannten Schwaben, die aus den verschiedenen Gebieten des deutschen Reiches nach dessen Befreiung 1716 ins Banat strebten.

2. Nachkommen von Bauern- und Weberfamilien des Böhmerwaldes, die sich in der Gegend um den Berg Semenik niederließen.

3. Nachkommen steirischer Bergleute in der Gegend um Resita.

4. Nachkommen deutscher Verwaltungs- und Militärangehörigen in Temeschburg, die sich mit der (donau)schwäbischen Bevölkerung des Umlandes stark mischten.

Das Wiener Kriegsministerium hatte zwischen den Jahren 1866-1869 mit den planmässig angelegten Siedlungen in den "Grenzkolonien" des Deutsch-Banater Militärgrenzbezirks angefangen. (Siehe: Erik Roth: Die planmässig angelegten Siedlungen im Deutsch-Banater Militärgrenzbezirk 1765-1821). Als Teil dieses Unternehmens wurden acht neue Sumpfsiedlungen angelegt; unter ihnen Giselahain, Elisenheim, Rudolfsgnad, Albrechtsflor, Marienfeld und Königsdorf. Im Oktober 1868 wurde Königsdorf mit 200 deutschen Familien aus Stefansfeld angesiedelt. Ein riesiger Dyke wurde erbaut, um Überschwemmungen vorzubeugen. Im Jahr 1869 arbeiteten neben den einheimischen Bewohnern über 2000 Arbeiter aus Ungarn und Bayern daran. Trotz all den Bemühungen, wurden die umliegenden Ortschaften wiederholt überschwemmt. Nach einer katastrophischen Überschwemmung wurde Königsdorf an der Temes in 1880 aufgegeben und die Siedler kehrten zu ihrem Ursprungsdorf Stefansfeld wieder zurück.

Diejenigen, die Stefansfelders folgen und Lücken in den Data finden, sollten daran denken, daß die Personen die sie suchen, in Königsdorf zu jener Zeit gewesen sein könnten. Andere Sumpfsiedlungen wurden den besser gedeihenden Ortschaften angegliedert. Wenn man solche Emigrationsbewegungen beachtet, ist es viel leichter, den Banater zu folgen.

Herkunftsgebiete der Banater Schwaben

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