Baum

Banat3

Um 1742 wurde die fruchtbaren Ebene von Arad bei dem Ort Kumlas, die seit dem Frieden von Karlowitz (1699) an der kaiserlichen Militärgrenze lag, auf Betreiben des ungarischen Barons und Großgrundbesitzers Jakob Bibics besiedelt. Auf Verordnung der Kaiserin Maria Theresia, Königin von Ungarn, erhielt der Ort den Namen Sanktanna. 1751 nahm der Piaristen-Orden seine Tätigkeit auf. Das Kloster mit Gymnasiumgebäude umgab die Kirche hufeisenförmig.

Die Neusiedler fanden harte Bedingungen vor: sie mussten Frondienste leisten und waren der Freizügigkeit beraubt. So gab es Klagen nach Wien (1752), Fluchtversuche (1763) ins freiere Banat sowie Zwangsrückholungen. Erst später konnten sie sich durch ihren Fleiß freikaufen und Boden erwerben. Mit der Entwicklung des Handwerk kam die Marktgerechtigkeit und die Gründung der ersten Zunft der Stiefelmacher im Arader Komitat.

08.05.1858 fielen 1256 Häuser sowie die Kirche einem Dorfbrand zum Opfer. Auch das Gebäude des ehemaligen Piaristen-Gymnasiums und das sog. Urbariushaus erlitten schwere Schäden. 1868 konnte die heutige Kirche, die mit Hilfe der kath. Ordinariate von Buda und Großwardein gebaut wurde, eingeweiht werden.

1894 wurde auf Initiative von Jakob Hilliers Initiative die staatlich subventionierte gemeindliche Bürgerschule gegründet. Ungarisch war Unterrichtssprache, Deutsch die Fremdsprache, aber die fränkisch-schwäbische Mundart blieb weiterhin intakt.

Nach dem Friedenschluss von Trianon 1920 kam Sanktanna zu Rumänien. Die von Rumänien versprochenen Kulturrechte als "völkische Minderheit" brachten einen Umschwung im Selbstbewusstsein, das vor allem durch die Wiederverdeutschung der Volksschule entfacht wurde.

Während im 1. Weltkrieg etwa 100 Männer in Galizien, am Isonzo oder in den Dolomiten blieben, wütete daheim die Spanische Grippe und raffte genauso viele Menschen dahin. Im 2. Weltkrieg dienten die Männer zuerst in rumönischer Uniform und ab 1943 in reichsdeutschen Einheiten. Nach der Rückkehr der Überlebenden, 40% waren gefallen, wurden alle arbeitsfähigen Männer zwischen 18 und 45 und die Frauen zwischen 17 und 30 zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppt und ihr Grundbesitz enteignet. Wer auch dies überlebte wurde als Industrie- oder Lohnarbeiter in landwirtschaftliche Kollektive gezwungen und ihre Häuser von rumänischen Kolonisten besetzt.

Mit der Revolution 1989 begann der Massenexodus und mit der Heimkehr nach 250 Jahren ging die deutsche Epoche Sanktannas unwiderruflich zu Ende. Heute ist Sanktanna ein rumänisches Dorf. Die wenigen verbliebenen Deutschen werden vom Deutschen Forum vertreten. Die Heimatortsgemeinschaft (HOG) Sanktanna dient als Bindeglied zwischen alter und neuer Heimat. Sie engagiert sich ebenso für die Deutsche Schule und das Altenheims sowie für die Renovierung der Kirchen und die Pflege der Friedhöfe.

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